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Massagepistole vor oder nach dem Training? Das sagt die Physiotherapie

Viele Sportler fragen sich: Soll ich die Massagepistole vor dem Training nutzen, um meine Leistung zu steigern, oder lieber danach, um schneller zu regenerieren? Im Internet kursieren widersprüchliche Tipps – von „unbedingt vorher" bis „bloß nicht vorher". Diese Unsicherheit führt dazu, dass das Gerät oft ungenutzt in der Ecke liegt oder falsch eingesetzt wird.

Die falsche Anwendung kann dabei nicht nur wirkungslos sein, sondern sogar schaden: Zu hohe Intensität vor dem Training ermüdet die Muskulatur, falscher Druck nach dem Training kann Muskelkater verschlimmern oder Nerven reizen. Ohne fundierte Anleitung riskieren Sie Verletzungen und verpassen die echten Vorteile.

Dieser Artikel räumt mit Mythen auf und liefert Ihnen eine physiotherapeutisch fundierte Entscheidungshilfe. Sie erfahren, was die Wissenschaft sagt, wie Sie die Massagepistole vor und nach dem Training sicher einsetzen und welche Fehler Sie vermeiden sollten – mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, einer Vergleichstabelle und einem interaktiven Selbsttest.

Anwendung einer Massagepistole vor dem Training zur Vorbereitung der Muskulatur
Wie dieser Artikel entstanden ist: Die Aussagen zur Studienlage stützen sich auf peer-reviewte Untersuchungen zu Percussion-Massage vor, während und nach dem Training. Alle Quellen finden Sie am Artikelende verlinkt. Ergänzend dazu haben wir bereits untersucht, was gegen Muskelkater objektiv besser wirkt: Massagepistole oder Faszienrolle.

Was ist eine Massagepistole und wie wirkt sie?

Die Technologie: Perkussionstherapie erklärt

  • Massagepistolen arbeiten mit schnellen, wiederholten Schlägen (Perkussion), die in das Gewebe eindringen.
  • Die Amplitude (Eindringtiefe) und Frequenz (Schläge pro Minute) sind bei den meisten Geräten einstellbar.
  • Im Gegensatz zur klassischen Massage wird nicht geknetet, sondern punktuell und schnell Druck ausgeübt.

Physiologische Wirkung: Durchblutung, Muskelspannung und Faszien

  • Durchblutungssteigerung: Die mechanische Stimulation weitet die Blutgefäße und unterstützt den Abtransport von Stoffwechselprodukten.
  • Muskeltonusregulation: Die Vibration kann verspannte Muskeln über die Beeinflussung der Muskelspindeln reflektorisch entspannen.
  • Faszienbehandlung: Faszien – das bindegewebige Netzwerk, das Muskeln umhüllt – werden mobilisiert, Verklebungen können sich lösen.

Experten-Tipp

Die Wirkung auf Faszien ist ein zentraler Vorteil – setzen Sie die Massagepistole gezielt entlang der Faszienzüge ein, nicht nur mittig auf dem Muskelbauch.

Abgrenzung zu anderen Massageformen

Im Vergleich zu manueller Massage, Faszienrolle und Vibrationsplatten liegt der Vorteil der Massagepistole in der eigenständigen Anwendbarkeit, der tieferen Penetration und der Zeitersparnis. Der Nachteil: die Gefahr der Überdosierung, und sie ist nicht für jede Körperregion geeignet. Wichtig zu wissen: Die Massagepistole ersetzt keine professionelle physiotherapeutische Behandlung, sondern ist eine sinnvolle Ergänzung dazu.

Anwendung vor dem Training: Ziele, Vorteile, Risiken und wissenschaftliche Evidenz

Ziele und Vorteile

  • Aktivierung des Nervensystems: Die Stimulation bereitet die Muskulatur auf die bevorstehende Belastung vor.
  • Verbesserung der Beweglichkeit: kurzfristige Steigerung der Gelenkbeweglichkeit, etwa für tiefe Kniebeugen.
  • Durchblutungsförderung: erhöhte lokale Temperatur und Sauerstoffversorgung.
  • Mentale Vorbereitung: Das Ritual kann die Fokussierung auf das Training unterstützen.

Experten-Tipp

Vor dem Training maximal 30 Sekunden pro Muskelgruppe mit niedriger Intensität – sonst ermüden Sie die Muskulatur vorzeitig.

Risiken und Nebenwirkungen

  • Übermüdung der Muskulatur: Zu lange oder zu intensive Anwendung kann die Maximalkraft reduzieren.
  • Verletzungsgefahr: Bei kaltem Muskel kann zu starker Druck Mikrotraumata begünstigen.
  • Fehlende Stabilität: Zu starke Entspannung unmittelbar vor explosiven Bewegungen kann die Gelenkstabilität beeinträchtigen.

Ein Hinweis zur Einordnung: Viele dieser Empfehlungen beruhen auf Erfahrungswerten aus der physiotherapeutischen Praxis, nicht ausschließlich auf großen randomisiert-kontrollierten Studien – die Forschung zu diesem jungen Gerätetyp entwickelt sich noch.

Wissenschaftliche Evidenz: Was sagen Studien?

Ein systematisches Review von 2023 fand, dass Percussion-Geräte je nach Leistungsvariable keine Veränderung oder sogar eine leichte Verschlechterung bei Kraft, Beschleunigung und Agilität bewirkten – bei Beweglichkeit und Bewegungsumfang zeigte sich hingegen ein deutlich positiver, signifikanter Effekt.1 Eine Untersuchung mit einem Hypervolt-Gerät an der Wadenmuskulatur fand keinen Unterschied bei der maximalen willkürlichen Kontraktionskraft im Vergleich zur unbehandelten Kontrollgruppe – die Beweglichkeit verbesserte sich jedoch messbar.2 Ein weiteres Review von elf Studien kam zu dem Schluss, dass Massagepistolen die Beweglichkeit von Hüftbeugern, hinterer Oberschenkelmuskulatur und der Wadenmuskulatur effektiv verbessern können.3 Die optimale Dosis – Dauer, Frequenz, Amplitude – ist bislang nicht standardisiert.

Praktische Empfehlungen für das Pre-Workout

  • Dauer: 15–30 Sekunden pro Muskelgruppe.
  • Intensität: niedrige bis mittlere Stufe (1–2 von 5).
  • Aufsatz: großer, flacher Aufsatz für große Flächen; kleiner Aufsatz nur punktuell für Triggerpunkte, wenn nötig.
  • Technik: langsam über den Muskel gleiten, nicht auf einer Stelle verharren.
  • Kombination: im Anschluss dynamische Dehnübungen durchführen.

Experten-Tipp

Testen Sie vor dem ersten Mal, wie Ihr Körper reagiert – beginnen Sie mit sehr kurzer Dauer und steigern Sie nur, wenn Sie sich gut fühlen.

Anwendung nach dem Training: Ziele, Vorteile, Risiken und wissenschaftliche Evidenz

Ziele und Vorteile

  • Regenerationsförderung: unterstützt den Abtransport von Stoffwechselendprodukten.
  • Reduktion von Muskelkater: Die Vibration kann die Schmerzwahrnehmung modulieren.
  • Entspannung der Muskulatur: Senkung des Muskeltonus nach intensiver Belastung.
  • Faszienpflege: verhindert Verklebungen und erhält die Gleitfähigkeit der Faszien.

Experten-Tipp

Nach dem Training eignet sich eine längere Anwendung (1–2 Minuten pro Bereich) mit sanftem Druck, um die Regeneration zu unterstützen.

Risiken und Nebenwirkungen

  • Verstärkung von Mikrotraumata: Bei zu starkem Druck direkt nach dem Training können kleine Muskelreizungen verstärkt werden.
  • Überreizung: eine zu lange Gesamtdauer kann das Nervensystem überfordern.
  • Blutergüsse: möglich bei empfindlichen Personen oder unter blutverdünnender Medikation.

Wissenschaftliche Evidenz: Was sagen Studien?

Eine 2025 veröffentlichte randomisierte Studie fand einen begrenzten, aber messbaren Effekt von Percussion-Massage auf verzögert einsetzenden Muskelkater (DOMS) im Vergleich zu klassischem Dehnen.4 Eine weitere kontrollierte Studie verglich Percussion-Massage direkt mit statischem Dehnen zur Erholung von Muskeltonus, Steifigkeit und Kraft nach ermüdender Belastung: Percussion-Massage reduzierte Muskeltonus und -härte rasch und wirksam, während sich die Kraft bei beiden Methoden innerhalb von 48 Stunden erholte.5 Die Effekte sind damit in Teilen vergleichbar mit anderen Regenerationsmethoden wie der Faszienrolle – nicht jeder Anwender profitiert dabei gleichermaßen, individuelle Unterschiede sollten berücksichtigt werden.

Praktische Empfehlungen für das Post-Workout

  • Dauer: 1–2 Minuten pro Muskelgruppe, insgesamt nicht länger als 15 Minuten.
  • Intensität: mittel (Stufe 2–3 von 5), nur so stark, dass es angenehm bleibt.
  • Aufsatz: großer, flacher Aufsatz für die Flächenmassage; kleiner Aufsatz für Triggerpunkte.
  • Technik: langsam mit konstantem Druck gleiten, an schmerzhaften Stellen kurz verweilen.
  • Timing: idealerweise 30–60 Minuten nach dem Training, wenn die akute Belastung abgeklungen ist.

Experten-Tipp

Eine Anwendung vor dem Schlafengehen kann die Entspannung fördern und die nächtliche Regeneration unterstützen.

Vergleich: Vor vs. Nach dem Training – eine Gegenüberstellung der Effekte

KriteriumVor dem TrainingNach dem Training
ZielAktivierung, Mobilisation, VorbereitungRegeneration, Entspannung, Erholung
Dauer pro Muskelgruppe15–30 Sekunden1–2 Minuten
Gesamtdauermax. 5 Minutenmax. 15 Minuten
IntensitätNiedrig (Stufe 1–2)Mittel (Stufe 2–3)
AufsatzGroßer FlachaufsatzGroßer Flachaufsatz, kleiner Aufsatz für Triggerpunkte
DruckLeicht gleitendSanft, konstant, auf schmerzhaften Stellen verweilend
EffekteGesteigerte Beweglichkeit, erhöhte Durchblutung, mentale AktivierungReduzierter Muskelkater, unterstützte Regeneration, gelöste Faszien
RisikenVorzeitige Ermüdung, InstabilitätReizung von Mikrotraumata, Überreizung
Wissenschaftliche EvidenzSolide für Beweglichkeit, begrenzt für LeistungModerat für Muskelkater und Muskeltonus

Wann ist welche Anwendung sinnvoll?

  • Vor dem Training: wenn Sie sich steif fühlen, Ihre Beweglichkeit verbessern möchten oder ein Training mit hohem Bewegungsumfang planen, etwa Yoga oder Gewichtheben.
  • Nach dem Training: nach jeder Einheit zur Regeneration, besonders nach intensiven Trainingseinheiten mit Muskelkater-Risiko.
  • Beides: An langen Trainingstagen lässt sich eine kurze Aktivierung vorher mit einer ausgiebigeren Regeneration nachher kombinieren – achten Sie dabei auf die Gesamtdauer.

Individuelle Faktoren: Trainingsziel, Fitnesslevel, Tagesform

  • Trainingsziel: Krafttraining profitiert eher von der Vorbereitung, Ausdauersportler nutzen die Massagepistole häufiger zur Regeneration.
  • Fitnesslevel: Anfänger:innen sollten mit kürzerer Dauer und niedrigerer Intensität starten.
  • Tagesform: Bei starker Müdigkeit oder Stress kann die Anwendung vor dem Training kontraproduktiv wirken.

Experten-Tipp

Führen Sie ein kurzes Tagebuch, um herauszufinden, wie Ihr Körper auf die unterschiedlichen Zeitpunkte reagiert.

Sicherheitshinweise und Kontraindikationen

Absolute Kontraindikationen

In diesen Fällen nicht anwenden

  • Akute Verletzungen (Muskelfaserrisse, Zerrungen, Prellungen)
  • Entzündungen (Sehnenentzündung, Schleimbeutelentzündung)
  • Thrombose, Thrombophlebitis oder bekannte Gerinnungsstörungen
  • Offene Wunden, Hautinfektionen oder Ekzeme im Anwendungsbereich
  • Schwangerschaft, insbesondere im Bauch- und Rückenbereich
  • Tumorerkrankungen im Anwendungsgebiet
  • Frische Narben, bis 6 Monate postoperativ

Diese Liste orientiert sich an allgemeinen physiotherapeutischen Grundsätzen. Bei bestehenden Vorerkrankungen sollte sie im Zweifel mit einer Fachärztin oder einem Facharzt besprochen werden.

Relative Kontraindikationen und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bluthochdruck: Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt, niedrige Intensität wählen.
  • Diabetes mit Neuropathie: vermindertes Schmerzempfinden, daher besonders vorsichtig vorgehen.
  • Osteoporose: keine Anwendung direkt auf der Wirbelsäule.
  • Blutverdünnende Medikamente: erhöhte Blutergussgefahr.
  • Krampfadern: nicht direkt auf den betroffenen Venen anwenden.

Experten-Tipp

Wenn Sie unsicher sind, ob eine Vorerkrankung vorliegt, fragen Sie vor der ersten Anwendung Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder Ihre Physiotherapiepraxis.

Warnsignale: Wann Sie sofort aufhören sollten

  • Starke Schmerzen während der Anwendung
  • Taubheitsgefühl oder Kribbeln – Hinweis auf Nervenirritation
  • Blutergüsse oder Schwellungen
  • Schwindel oder Übelkeit
  • Anhaltende Schmerzen nach der Anwendung

Experten-Tipp

Schmerz ist immer ein Warnsignal – reduzieren Sie sofort die Intensität oder pausieren Sie. Die Massagepistole soll sich gut anfühlen, nicht wehtun.

Praktische Anleitung: Schritt-für-Schritt für verschiedene Muskelgruppen

Beine und Oberschenkel

Vorderseite (Quadrizeps)

Großer Flachaufsatz30 Sek. vorher1–2 Min. nachher

Von der Hüfte langsam zum Knie gleiten, dabei den Druck gleichmäßig halten. Die Kniescheibe aussparen.

Rückseite (Hamstrings)

Großer Flachaufsatz30 Sek. vorher1–2 Min. nachher

Vom Gesäßansatz bis kurz oberhalb der Kniekehle gleiten. Nicht direkt in die Kniekehle.

Adduktoren (Innenseite)

Großer Flachaufsatz20 Sek. vorher1 Min. nachher

Vorsichtig von der Leiste abwärts streichen, Druck dabei reduzieren.

Experten-Tipp

Bei Verspannungen im Oberschenkel können Sie den kleinen Aufsatz für Triggerpunkte nutzen – aber nur punktuell und mit geringem Druck.

Rücken

Unterer Rücken (Lendenbereich)

Großer Flachaufsatz20 Sek. vorher1 Min. nachherSehr niedrige Intensität

Seitlich der Wirbelsäule entlanggleiten, niemals direkt auf den Dornfortsätzen. Lassen Sie sich von einer zweiten Person helfen, wenn Sie alleine nicht gut hinkommen.

Oberer Rücken (Trapezmuskel)

Flach- oder Triggerpunkt-Aufsatz30 Sek. vorher1–2 Min. nachher

Von der Schulter Richtung Wirbelsäule arbeiten, dabei die Schulterblätter aussparen.

Rückenschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Bei anhaltenden Beschwerden sollte grundsätzlich eine Physiotherapiepraxis aufgesucht werden, statt sich allein auf die Massagepistole zu verlassen.

Schultern und Nacken

Schultervorderseite und seitliche Schulter

Kleiner Aufsatz20 Sek. vorher1 Min. nachher

Vorsichtig um das Schultergelenk herumführen, nicht direkt auf dem Gelenkkopf.

Nacken

Kleiner, weicher Aufsatz15 Sek. vorher30 Sek. nachherSehr niedrige Intensität

Nur seitlich der Halswirbelsäule, niemals vorne am Hals. Bei Schwindel oder Kopfschmerzen sofort abbrechen.

Experten-Tipp

Der Nacken ist eine empfindliche Zone – wenn Sie unsicher sind, lassen Sie sich die Massagepistole von einer Partnerin oder einem Partner führen. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Nackenmassagegeräten.

Arme

Bizeps und Trizeps

Großer Flachaufsatz20 Sek. vorher1 Min. nachher

Vom Schulteransatz zum Ellenbogen gleiten, das Gelenk aussparen.

Unterarme

Kleiner Aufsatz15 Sek. vorher30 Sek. nachher

Von der Ellenbeuge zum Handgelenk streichen – besonders bei Vielschreibenden oder Kletterer:innen hilfreich.

Waden

Wadenmuskulatur

Großer Flachaufsatz30 Sek. vorher1–2 Min. nachher

Von der Kniekehle zur Achillessehne gleiten, die Achillessehne selbst dabei aussparen.

Experten-Tipp

Nach dem Laufen kann die Massagepistole Wadenkrämpfen vorbeugen – achten Sie zusätzlich auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr.

Massagepistolen und Zubehör: Beispiele aus der Praxis

Dieser Abschnitt dient der Orientierung und ist kein Produkttest. Er soll die Bandbreite verfügbarer Geräte veranschaulichen, ohne eine wertende Kaufempfehlung auszusprechen.

Professionelle Geräte

Hochpreisige Modelle richten sich an Vielnutzer:innen und werden teils auch in Physiotherapiepraxen eingesetzt. Sie bieten meist mehr Geschwindigkeitsstufen, präzisere Druckregulierung und leisere Motoren als Einsteigermodelle. Hinweis: Konkrete technische Angaben wie Amplitude in Millimetern variieren je nach Modell und Herstellerjahr – prüfen Sie diese vor dem Kauf direkt beim Hersteller, statt sich auf ungeprüfte Werbeangaben zu verlassen.

Kompakte Modelle

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Ergänzende Tools

Als kostengünstige Alternative oder Ergänzung zur Massagepistole eignet sich eine Faszienrolle für großflächige Faszienarbeit – wie sich beide Methoden im direkten Vergleich schlagen, lesen Sie in unserem Artikel Massagepistole vs. Faszienrolle. Weitere Aufsatz-Empfehlungen für jede Körperregion finden Sie in unserem Ratgeber Die besten Massagepistolen-Aufsätze.

Experten-Tipp

Die Wahl des Geräts hängt von Ihren persönlichen Bedürfnissen ab. Für den Hausgebrauch reicht meist ein Mittelklassemodell – achten Sie auf einstellbare Intensität und mehrere Aufsätze.

Expertenmeinung: Was sagen Physiotherapeuten?

Einordnung der wissenschaftlichen Debatte

Die Studienlage zur Massagepistole ist noch jung, aber die physiotherapeutische Praxis zeigt insgesamt positive Effekte bei sachgerechter Anwendung. In der Fachpraxis wird vor allem die richtige Technik und individuelle Anpassung betont: Die Massagepistole ist kein Allheilmittel, sondern ein Baustein im Gesamtkonzept aus Training, Ernährung und Regeneration.

Transparenzhinweis: Wir verzichten bewusst darauf, hier ein wörtliches Zitat mit Namen und Praxis einer bestimmten Person zu erfinden, wenn uns kein tatsächliches Statement vorliegt. Die oben genannten Einschätzungen fassen den fachlichen Konsens zusammen, mit dem unsere Redaktion in Zusammenarbeit mit Physiotherapeut:innen arbeitet – siehe auch Redaktion & Arbeitsweise.

Interaktiver Selbsttest: Finden Sie heraus, ob Sie die Massagepistole vor oder nach dem Training nutzen sollten

Beantworten Sie die folgenden Fragen, um eine erste Orientierung zu erhalten. Dieser Test ersetzt keine medizinische Einschätzung.

1. Was ist Ihr Hauptziel für die heutige Trainingseinheit?

2. Wie fühlen sich Ihre Muskeln gerade an?

3. Haben Sie in den letzten 48 Stunden intensiv trainiert?

4. Wie viel Zeit haben Sie für die Anwendung?

5. Leiden Sie aktuell unter akuten Schmerzen oder einer Verletzung?

Video-Interview mit einem Physiotherapeuten

In Vorbereitung: Wir arbeiten an einem kurzen Video-Interview mit einer unabhängigen Physiotherapiepraxis zur Anwendung vor und nach dem Training. Bis dahin verzichten wir bewusst darauf, ein Video oder ein Zitat zu zeigen, das nicht tatsächlich stattgefunden hat.

Die Frage ist nicht, ob vorher oder nachher besser ist – die Frage ist, welches Ziel Sie gerade verfolgen. Beweglichkeit gewinnen Sie vorher, Erholung unterstützen Sie nachher.
— Redaktionelle Einordnung, Massagegerät.de

Fazit und Handlungsempfehlung

Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse

  • Die Massagepistole kann sowohl vor als auch nach dem Training sinnvoll sein – entscheidend sind Dauer, Intensität und Technik.
  • Vor dem Training: kurze, sanfte Aktivierung, maximal 30 Sekunden pro Muskelgruppe, zur Mobilisation.
  • Nach dem Training: längere, moderate Anwendung, 1–2 Minuten pro Muskelgruppe, zur Regeneration.
  • Sicherheit geht vor: Kontraindikationen beachten, auf Warnsignale hören.
  • Die wissenschaftliche Evidenz ist vielversprechend, aber noch nicht abschließend – individuelle Erfahrung zählt mit.

Individuelle Handlungsempfehlung

  • Probieren Sie beide Zeitpunkte aus und beobachten Sie, wie Ihr Körper reagiert.
  • Starten Sie mit niedriger Intensität und steigern Sie langsam.
  • Kombinieren Sie die Massagepistole mit Dehnen und Faszientraining für ein rundes Regenerationskonzept.
  • Bei Unsicherheiten oder Vorerkrankungen konsultieren Sie eine Physiotherapeutin oder einen Physiotherapeuten.

Ausblick und nächste Schritte

Die Forschung zur Perkussionstherapie entwickelt sich weiter, und wir aktualisieren diesen Artikel, sobald belastbare neue Studien erscheinen. Mehr zu unserem Update-Rhythmus lesen Sie unter Redaktion & Arbeitsweise.

Unseren vollständigen Hauptratgeber finden Sie unter Massagepistolen, weitere Themenwelten auf der Startseite von Massagegerät.de.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links, deutlich als „Werbelink" gekennzeichnet. Mehr dazu in unserem Affiliate-Hinweis. Informationen zum Datenschutz stehen in der Datenschutzerklärung, Unternehmensangaben im Impressum. Fragen erreichen uns über die Kontaktseite oder auf der Seite Über uns.

Quellen

  1. Sams L, Langdown BL, Simons J, Vseteckova J (2023): The Effect Of Percussive Therapy On Musculoskeletal Performance And Experiences Of Pain: A Systematic Literature Review. International Journal of Sports Physical Therapy 18(2):309–327. Zur Studie
  2. Konrad A, Glashüttner C, Reiner MM, Bernsteiner D, Tilp M (2020): The acute effects of a percussive massage treatment with a Hypervolt device on plantar flexor muscles' range of motion and performance. Journal of Sports Science and Medicine 19(4):690–694. Zur Studie
  3. Ferreira et al. (2023), zitiert in: Acute Effects of a Percussive Massage Intervention with and without Heat Application on Plantar Flexor Muscles' Passive and Active Properties. Zur Studie
  4. Li H, Luo L, Zhang J, Cheng P, Wu Q, Wen X (2025): The effect of percussion massage therapy on the recovery of delayed onset muscle soreness in physically active young men. Frontiers in Public Health 13:1561970. Zur Studie
  5. Effect of percussive massage treatment and static stretching on muscle tone, stiffness, and strength recovery after exercise-induced muscle fatigue: A randomized controlled study. ScienceDirect, 2025. Zur Studie